• Dieter Pregizer

Rosterscheinungen in einem Außenputz


Im Rahmen meiner Reihe über Bauschäden beschreibe ich in unregelmäßigen Abständen Fälle aus der Praxis. Im heutigen Fall geht es um Rosterscheinungen im Außenputzes eines Wohnhauses.


Situation:

Die Fassade eines Gebäudes wies an der Außenseite des Außenputzes vielfach lokale, eng begrenzte Stellen mit rostartigen Erscheinungen auf. Insgesamt waren 26 Stellen rings um das Gebäude betroffen.

Teilweise waren von den Roststellen ausgehend auch mehrere Zentimeter lange braune Läuferbildungen aufgetreten.


Rosterscheinungen an einem Außenputz
Entnahmestelle einer Putzprobe
Rostläufer am Außenputz
Rosterscheinung am Außenputz

Befunde:

An mehreren Stellen habe ich Proben aus dem Außenputz entnommen und in einer Materialprüfungsanstalt untersuchen lassen.

Die Einzelproben wurden mit Hilfe des Röntgenfluoreszenz-Verfahrens auf ihre Bestandteile untersucht. Hierbei wurden die Elemente Eisen und Schwefel vergleichend gemessen. Bei den Laboruntersuchungen zeigten sich folgende Befunde:


Probe mit Rosterscheinung:


· Eisen: ca. 6.500 bis ca. 41.000 counts pro Sekunde

· Schwefel: ca. 2100 counts pro Sekunde


Probe ohne Rosterscheinung:


· Eisen: ca. 300 counts pro Sekunde

· Schwefel: ca. 60 counts pro Sekunde


Aus den Ergebnissen geht hervor, dass in den Putzproben mit Rosterscheinungen ein signifikant erhöhter Wert der Elemente Eisen und Schwefel vorlag. Dies bedeutet, dass die Putzproben mit Rosterscheinungen einen deutlich höheren Wert an Eisensulfidverbindungen (Pyrit) aufweisen als die nicht verfärbten Putzproben. Eisensulfidverbindungen können mit den Zuschlagsstoffen in den Putzmörtel gelangt sein. Hierbei handelte es sich somit um eine Verunreinigung des Putzmörtels.


Diese Eisensulfidverbindungen oxydieren unter Witterungseinflüssen, wobei Eisenoxydprodukte entstehen, welche zu braunen Verfärbungen in Form von Rosterscheinungen führen.


Folgerungen für die Praxis:

Die lokalen Rosterscheinungen am Außenputz der Fassade waren durch Verunreinigungen des Außenputzmörtels mit Eisensulfidverbindungen (Pyrit) entstanden. Da es sich im vorliegenden Fall um einen Fertigputz handelte, sind diese Erscheinungen auf einen Materialfehler zurück zu führen.

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