• Dieter Pregizer

Langzeitmessung des Raumklimas in Wohnungen

Situation

In einem neugebauten Mehrfamilienhaus, welches ein Wärmedämm-Verbundsystem aufwies, waren im Schlafzimmer einer Wohnung Schimmelpilzbildungen aufgetreten.

Schimmelpilze an der Außenecke eines Schlafzimmers

Eine erste Überprüfung ergab keine Hinweise auf einen baulichen Mangel.

Messung des Raumklimas

Zur Untersuchung des Lüftungsverhaltens der Bewohner wurden deshalb mit einem Datenlogger Langzeitmessungen im Schlafzimmer der Wohnung durchgeführt. Hierbei sind die Raumklimadaten, das heißt, die relative Luftfeuchte sowie die Raumlufttemperatur über einen Zeitraum von 8 Wochen zwischen Dezember und Februar im Schlafzimmer gemessen worden sind.

Messung des Raumklimas mit einem Datenlogger

Über den Messzeitraum wurde ein Diagramm mit den Messergebnissen erstellt und ausgewertet.


Lufttemperatur:

  • Minimum: 14,6 °C

  • Mittelwert: 20,4 °C

  • Maximum: 24 °C


Relative Luftfeuchte:

  • Minimum: 32,6 %

  • Mittelwert: 60,7 %

  • Maximum: 93,7 %

Üblicherweise soll die relative Luftfeuchte in Wohnungen im Mittel etwa


50 %


betragen und innerhalb der üblichen Spanne von


40 % bis 60 %

liegen.


Aus den obigen Messungen geht hervor, dass der Mittelwert der gemessenen relativen Luftfeuchte mit

61 % (gerundet)


deutlich über dem langfristig anzustrebenden Mittelwert von 50 % lag.


Der Mittelwert von 61% lag außerdem auch bereits knapp oberhalb des maximalen Werts der anzustrebenden Spanne der relativen Luftfeuchte von maximal 60 %.


Betrachtet man den Maximalwert der Messungen der relativen Luftfeuchte von


94 %,


so zeigt sich, dass dieser Messwert sehr deutlich sowohl den oben genannten Mittelwert der relativen Luftfeuchte von 50 % als auch den oberen Grenzwert der Wertespanne von 60% überschreitet.


Bereits ab einem Wert von

80 %


relativer Luftfeuchte an der Bauteiloberfläche muss aber mit Schimmelpilzbildungen gerechnet werden. Dies bedeutet, dass der gemessene Höchstwert der relativen Luftfeuchte von 94 % diesen Grenzwert erheblich überschreitet, so dass unter diesen Bedingungen sich Schimmelpilze bilden können.


Lässt man diesen Maximalwert von 94 % außer Acht, da es sich hierbei möglicherweise auch um einen einmaligen „Ausreiser“ handeln kann, dann zeigt sich aus dem Diagramm dennoch, dass ein hoher zeitlicher Anteil der Messwerte zwischen


60 % und 70 % relativer Luftfeuchte


liegt. Somit wird die üblicherweise einzuhaltende Spanne der relativen Luftfeuchte von 40 % bis 60 % in diesem Fall deutlich nach oben überschritten.

Bewertung der Situation:

Auf der Basis der oben genannten Messungen zeigte sich, dass in der betroffenen Wohnung in der Heizperiode zeitweise eine sehr hohe relative Luftfeuchtigkeit der Innenraumluft zwischen 60 % und 70 % mit einem Maximalwert von 94 % geherrscht hat.


Die Messwerte der relativen Luftfeuchte lagen deutlich über der üblicherweise in Wohnungen zu erwartenden Spanne von 40 % bis 60 %. Solche hohen Werte der relativen Luftfeuchte sind ein typisches Anzeichen dafür, dass zeitweise keine ausreichende Lüftung des Schlafzimmers urchgeführt worden dwar.


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